Die Heimat des Rotkohls ist wie bei allen Kohlarten das Mittelländische Seegebiet und Kleinasien. Großflächiger Anbau findet hauptsächlich in Mittel- und Nordeuropa statt.
Je nach Region und pH-Wert des Bodens wächst Rotkohl oder Blaukraut heran. Die lila-violette Farbe wird durch den Farbstoff Anthocyan verursacht.
Dieser schlägt bei Säureeinwirkung von blau nach rot um. Durch die Zubereitungsart kann die Farbe ebenfalls beeinflusst werden. Die rote Farbe des Rotkohls kann mit der Zugabe von Zitronensaft, Essig oder säuerlichen Äpfeln (z.B. Boskopp) noch verstärkt werden. In Norddeutschland verwendet man eher Zucker oder sogar alkalische Zutaten, dadurch bleibt die violette Farbe auch nach der Zubereitung erhalten oder verändert sich sogar ins Bläuliche. Dort und im Schwäbischen heißt das gleiche Gemüse dann Blaukraut. Der Rotkohl hat zwar vieles mit dem Weißkohl gemein, der Wuchs ist aber allgemein schwächer und die festen Köpfe des Rotkohls bleiben meist kleiner als die des Weißkohls. Die Blätter sind je nach Sorte mehr oder weniger mit einer typischen Wachsschicht überzogen, die den Kohl vor Feuchtigkeitsverlusten schützt. Häufig zeigen die Umblätter einen grünlichen Schimmer.
Wichtige Inhaltsstoffe sind Calcium, Kalium, Eisen, Senföle, Provitamin A und Vitamine des B-Komplexes. Der Vitamin-C-Gehalt ist wie bei den meisten Kohlsorten mit 50mg/100g relativ hoch. Rotkohl kann sehr vielseitig verwendet werden. Obwohl Rotkohl fast ganzjährig im Angebot ist, schlägt jetzt in der Weihnachtszeit seine große Stunde. Aber auch jenseits der klassischen Braten-Rotkohl-Salzkartoffeln-Kombinationen gibt es eine Fülle von kreativen und leckeren Rezepten. Fein geraspelt kann Rotkohl auch roh als Salat genossen werden. Beliebte Begleiter für Rotkohlspeisen sind traditionell Walnüsse, Maronen, Äpfel, Zwiebeln und Backpflaumen. Probieren Sie aber auch mal Ingwer, Zimt, Holundersaft, Johannisbeergelee und Blauschimmelkäse.